Chronik          

Bürgermeister Wiemers, Wenden, gab die Anregung zur Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr in Hillmicke. Im Februar des Jahres 1934 schlossen sich dort 16 Männer zusammen und gründeten die heute noch bestehende Wehr.
Folgende Männer trafen sich zur Gründungsversammlung: Josef Stracke, Peter Arns, Josef Kamp, Anton Stahl, Willi Eichert, Eduard Kaufmann, Hubert Hennrichs, August Schmidt, Peter Schröder, August Ackerschott, Johann Kaufmann, Karl Müller, Johann Stracke, Eduard Gipperich, Matthias Zielenbach und Johannes Stracke. Die neugegründete Wehr erhielt die Benennung Löschzug III der Amtsfeuerwehr Wenden.

Josef Stracke wurde zum Wehrführer gewählt. Er machte den Grundkurs vom 05. - 10. März 1934 an der Feuerwehrschule in Münster mit. Am 26. August 1934 wurde Josef Stracke von Kreisfeuerwehrführer Peifer, Attendorn, im Beisein des ganzen Löschzuges in sein Amt als Brandmeister eingeführt.

Was man von der bis dahin tätigen Pflichtfeuerwehr zu übernehmen hatte, war nicht viel. Eine Handdruckspritze und ein Schlauchkarren mit C-Standrohr waren bis 1960 die wichtigsten Löschwerkzeuge der Wehr. Sie waren in einer Wellblechgarage in der Nähe der Gaststätte Quast untergebracht.

Tragisch war ein Scheunenbrand im Jahre 1953. Vermutlich durch Lagerung von Kalk brach bei einem Landwirt ein Feuer aus. Trotz der aufopferungsvollen Versuche des Vaters konnte die dreijährige Tochter nicht mehr gerettet werden. Die Leiche des Kindes wurde nach dem Ablöschen des Brandes nur etwa 2,50 m vom Ausgang der Scheune entfernt an der Innenwand der Scheune gefunden.

Nach dem Tode von Herrn Brandmeister Josef Stracke wurde Heinz Hennrichs zum Wehrführer gewählt. Er machte den Lehrgang für Gruppenführeranwärter in der Zeit vom 12. Mai bis 16. Oktober 1959 mit. Am 09.01.1960 wurde Hennrichs durch Amtsbrandmeister Duwenkamp zum Unterbrandmeister ernannt.

Im Jahre 1960 wurden für die Wehrmänner 15 schwarze Hosen angeschafft. Anschaffungspreis 7,50 DM pro Stück. In einer Versammlung wurde beschlossen, dass diese Hosen von jedem Wehrmann selbst bezahlt werden müssen. Beim Ausscheiden aus der Wehr, wurde dem Wehrmann eine Entschädigung gezahlt.

Kameradschaft und Hilfsbereitschaft sind oberstes Gebot der Wehr. Als 1963 der der Altersabteilung angehörende Feuerwehrkamerad Gerhard Brüser für längere Zeit erkrankte und deshalb die Kartoffel- und Rübenernte nicht rechtzeitig eingebracht war, sprangen alle Feuerwehrkameraden ein und beteiligten sich bei der Einbringung der Ernte. Brüser revanchierte sich alsdann und stellte ein Baugrundstück für ein neues Feuerwehrgerätehaus zur Verfügung.

Im Herbst 1965 konnte das im Jahre 1964 begonnene Feuerwehrgerätehaus fertig gestellt und der Wehr übergeben werden. Die Wehrmänner brachten bis dahin bei Übungen und Bränden den Löschkarren im Mannschaftszug zum Einsatzort. Anlässlich der Einweihung des Feuerwehrgerätehauses erhielt die Wehr dann das bis dahin in Hünsborn stationierte TSF-T mit TS 8. Bei der an diesem Tage stattfindenden Jahresabschlussübung wurde der Löschkarren zum letzten Mal eingesetzt.

Nachdem der Gesetzgeber die Möglichkeit gegeben hat, Jugendliche vom 12. Lebensjahr an in Jungfeuerwehren aufzunehmen, hat auch die Feuerwehr Hillmicke zu Beginn des Jahres 1969 von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht.

Am 04. November 1972 erfüllte sich ein lang ersehnter Wunsch. Die Feuerwehr Hillmicke verfügt über ein neues Feuerlöschfahrzeug (TSF). Die Übergabe des Fahrzeuges durch die Gemeinde und die Einsegnung erfolgten auf dem Schulplatz in Hillmicke. In einer anschließenden Übung wurde das Fahrzeug erstmals eingesetzt.

Auch in der „Neuzeit" blieb die Ortschaft Hillmicke von Bränden nicht verschont. Als Beispiel sei nur das Jahr 1975 genannt. Hier wurde die Löschgruppe u.a. allein zu vier Hausbränden, zwei Schuppenbränden sowie einem Waldbrand gerufen. Bei diesen Einsätzen machte sich die in der Zwischenzeit verbesserte Ausrüstung bezahlt.

43 Jahre nach Gründung der Löschgruppe fand am 18. Juni 1977 die kirchliche Weihe der ersten Fahne statt. Als Motiv wurde die Schutzpatronin der Feuerwehren, die Heilige Agatha, die schützend ihre Hand über unsere Dorfkirche hält, gewählt.

Im Jahre 1978 wurde aus den Reihen unserer Löschgruppe auf Beschluss des Gemeinderates Gerhard Sieler zum Leiter der Freiwilligen Feuerwehr der Gemeinde Wenden ernannt.

Im gleichen Jahr konnte der in Eigenleistung erstellte Anbau am Feuerwehrgerätehaus seiner Bestimmung übergeben werden.
1979 wurde Horst Breidebach zum Löschgruppenführer bestellt. Diese Funktion bekleidete er 16 Jahre lang mit unermüdlichem Einsatz für die Wehr.

Alfons Stahl wurde im Jahre 1980 zum stv. Löschgruppenführer ernannt. Dieses Amt bekleidete er 11 Jahre lang mit überdurchschnittlichem Einsatzwillen.

Im Jahre 1986 erhielt die Löschgruppe Hillmicke ein Löschgruppenfahrzeug (LF 8). Dieses Fahrzeug kann 9 Feuerwehrmänner zur Einsatzstelle bringen. Es verfügt über Lösch- und Rettungsgeräte, die notwendig sind für den abwehrenden Brandschutz.

Bei der Jahresdienstbesprechung im gleichen Jahr erhielt die Feuerwehr Hillmicke sechs neue Meldeempfänger. Somit konnte die Löschgruppe über die stille Alarmierung zum Einsatz gerufen werden.

Am 19. September 1987 nahm zum ersten Mal eine Wettkampfgruppe Klasse A (ohne Alterspunkte) an der CTIF-Landesausscheidung in Rheurdt teil. Unter der Leitung von Gruppenführer Antonius Vierschilling erreichte man mit einem 5. Platz die Qualifizierung für die Bundesausscheidung 1988 in Hannover. Hier gewann man eine Silbermedaille und konnte sich leider nicht für die Feuerwehrolympiade in Polen qualifizieren.

Im Jahre 1992 wurde Christoph Hennrichs zum stellvertretenden Löschgruppenführer ernannt. Diese Funktion nahm er acht Jahre wahr und ist heute noch aktiv.

1993 erfolgte die Garagenerweiterung für ein zusätzliches Fahrzeug und die Dachgeschossaufstockung. Hierbei wurden der Schulungsraum und die sanitären Anlagen vergrößert. Ein Besprechungsraum, eine Küche und Abstellflächen wurden erstellt.

Stefan Burghaus übernahm im Jahre 1996 die Führung der Wehr.

Im Jahre 1996 erhielt die Löschgruppe Hillmicke ein Tanklöschfahrzeug (TLF 16/25). Dieses Fahrzeug hat einen Wasservorrat von 2.500 Liter, sowie Lösch- und Rettungsgeräte zur Menschenrettung und Brandbekämpfung.
Im gleichen Jahr wurde aus den Reihen der Löschgruppe Hillmicke auf Beschluss des Gemeinderates Antonius Vierschilling zum Leiter der Freiwilligen Feuerwehr der Gemeinde Wenden ernannt.

Im Jahr 2000 wurde Franz-Josef Schneider zum stv. Löschgruppenführer ernannt.

Die Löschgruppe musste im Jahr 2003 zu 11 Waldbränden und im Jahr 2006 zu 6 Waldbränden ausrücken, die vermutlich durch Brandstiftung gelegt worden waren.

Im Jahr 2009 wurde der LF8 durch ein LF 10/6 ersetzt.

Im Jahr 2010 wurde ein MTF angeschafft.

Die Löschgruppe Hillmicke verfügt heute über zwei Feuerlöschfahrzeuge (TLF 16/25 und LF 10/6), und seit neuestem einen MTF. sowie über Lösch- und Rettungsgeräte, die notwendig sind zur Rettung von Menschen aus lebensbedrohlichen Lagen und für den abwehrenden Brandschutz.

Unter der Leitung von Hauptbrandmeister Stefan Burghaus, der 1996 die Löschgruppe übernahm, verrichten 35 Kameraden, 8 Jugendfeuerwehrleute und 9 Kameraden der Ehrenabteilung ihren Dienst am Nächsten.

75 Jahre Feuerwehr Hillmicke                           

( v. 04.09.2009 - 06.09.2009 )

Im Jahr  2009 feierte  die  Freiwillige Feuerwehr Löschgruppe Hillmicke ihr 75-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass hier ein kleiner historischer Rückblick:

Hillmicke soll ursprünglich nicht an der Hakemicke, sondern in einem Seitental östlich am Hillmickebach (Heiliger Bach) gelegen haben, in Zeiten, von welchen heute keine Urkunde mehr etwas berichtet. Die Bewohner sollen in alten Zeiten, als ihre Häuser sämtlich einem Brande zum Opfer gefallen waren, ihre Bündel geschnürt haben und an die Hakemicke gezogen sein, um dort eine neue Siedlung zu gründen. Jedoch auch am neuen Standort blieben die Bewohner von Hillmicke nicht von Feuersbrünsten verschont.

Am 09. August 1757 wurden 11 Familien bei einer Brandkatastrophe obdachlos. Später muss es dann nochmals zu einer Feuersbrunst gekommen sein, denn 1818 waren von den im Jahre 1757 bestehenden 46 Wohnungen nur noch 40 Wohnungen mit insgesamt 281 Einwohnern vorhanden. Einzelheiten über einen Brand sind jedoch nicht mehr bekannt.

Schultheiß Weingarten aus Wenden machte jedoch im gleichen Jahre große Anstrengungen zur Verbesserung des Brandschutzes. Unter anderem wurden eine Feuerspritze, dreißig Handspritzen (Kübelspritzen), ein Wasserkübel und eine Laterne für 445 Reichstaler beschafft. Die Kosten mussten von den Dorfbewohnern aufgebracht werden.

Während bislang bei Bränden die Bekämpfung im Wege der Nachbarschaftshilfe erfolgte, wurden nun auch in den ländlichen Bereichen Pflichtbrandwehren behördlicherseits aufgestellt. Die Vorsteher der einzelnen Abteilungen und deren Vertreter wurden vom Amtmann bestimmt und alle übrigen brandschutzpflichtigen Bürger namentlich den einzelnen Abteilungen zugeteilt.

Kübelspritzen und Eimerketten bzw. Fahrspritzen allein vermochten keinen wirksamen Brandschutz zu gewährleisten. Daher entschloss man sich 1857 zur Anschaffung einer eigenen Spritze. Am 22.08.1892 kam es erneut zu einer großen Brandkatastrophe. Nachmittags gegen 16.15 Uhr brach, vermutlich verursacht durch spielende Kinder, Feuer aus. Zwei Dorfbewohner bemühten sich vergeblich um die Eindämmung des zunächst beim Haus der Witwe Adam Josef Kaufmann auftretenden Feuers. Wirksame Löschmaßnahmen konnten nicht so schnell eingeleitet werden, da sich die meisten Bewohner zu dieser Zeit noch auf den Feldern befanden. Innerhalb von nur einer Viertelstunde entstand ein riesiges Flammenmeer, und von den 58 Häusern der Ortschaft wurden insgesamt 15 eingeäschert. Die eingesetzten Löschmannschaften aus Hillmicke, Gerlingen, Möllmicke, Ottfingen und die Zubringerspritze aus Wenden konnten nur noch die übrigen Häuser der Ortschaft schützen. Insgesamt wurden 16 Familien mit 74 Personen obdachlos. Unter der Bevölkerung entstand eine unvorstellbare Not. Eine im ganzen Kreis durchgeführte Kollekte konnte die größte Not lindern.
Am 23.07.1900 wurde das erste Spritzenhaus der Ortschaft (Baukosten 428,- Mark) fertig gestellt.


Am 18.04.1914 brach nachmittags im Haus des Landwirts Eduard Stracke Feuer aus. Innerhalb weniger Minuten standen 5 bis 6 Häuser in Flammen. Die Löschmannschaften, die durch die Wehren aus Wenden und Olpe verstärkt wurden, die zu dieser Zeit bereits über moderne Zubringerspritzen verfügten, konnten nicht verhindern, dass insgesamt 10 Häuser ein Raub der Flammen wurden. Für die 90 obdachlos gewordenen Bürger begann eine harte Zeit, die durch die sofort anlaufenden Hilfsmaßnahmen und Spenden etwas gemildert wurde.

In den Dörfern waren die mit Stroh gedeckten Häuser meist eng nebeneinander gebaut. Entstand ein Brand, und das war bei den offenen Herdstellen leicht der Fall, breitete sich das Feuer schnell aus und es gerieten sehr oft gleich mehrere Familien in eine große Not.

Durch die Anordnung des Landrats mussten überall Löschteiche und Schöpfstellen angelegt werden. Viele Dörfer, die hoch lagen, mussten Feuerlöschteiche anlegen. Die anderen Dörfer bauten in den Bächen Stauwehre oder andere Vorrichtungen, damit sie sehr schnell das fließende Wasser anstauen konnten. Bei den Stauwehren wurden in die Flussböschungen Seitenlager mit U-Profileisen gemauert. Daneben lagerten dann dicke Bohlen, die im Brandfalle in die U-Eisen geschoben wurden. Die Bohlen waren durch starke Ketten gegen Wegschwimmen bei Hochwasser gesichert. Bei kleineren Bächen wurden starke Rohre in den Wasserlauf gelegt, die eine seitliche Führung besaßen. Sollte Wasser gestaut werden, wurde dort eine vorbereitete Eisenplatte eingeschoben.

20 Jahre nach der letzten Brandkatastrophe wurde die bisher bestehende Pflichtfeuerwehr durch eine Freiwillige Feuerwehr abgelöst.